Tod eines Neugeborenen nach Verzögerung an israelischem Checkpoint
03.08.2026, 12:32 Uhr
Baby stirbt nach Blockade an Checkpoint
Ein Bericht des britischen Senders Sky News belastet das israelische Militär schwer. Demnach sind israelische Soldaten für den Tod eines Neugeborenen verantwortlich, nachdem ein Krankenwagen mit einer hochschwangeren, stark blutenden Frau an einem militärischen Checkpoint im besetzten Westjordanland aufgehalten wurde. Trotz der medizinischen Dringlichkeit zwangen die Soldaten das Rettungsteam, den Motor abzustellen und Ausweise zu kontrollieren.
Aufgrund der massiven Verzögerung sahen sich die Sanitäter gezwungen, die Entbindung noch im Krankenwagen einzuleiten, um das Leben der Mutter zu retten. Während die Frau überlebte, verstarb das Neugeborene. Das israelische Militär bestreitet den Vorfall, doch Videoaufnahmen der Rettungscrew sowie Aussagen von Krankenhausmitarbeitern und dem behandelnden Arzt stützen die Darstellung des Vorfalls.
Dieser Fall reiht sich ein in eine Serie von Berichten über Gewalt und Behinderungen im Westjordanland. Erst am Sonntag griffen israelische Siedler einen palästinensischen Lieferfahrer an, zerstörten sein Fahrzeug und machten den Motor unbrauchbar. In einem weiteren Vorfall bei Al-Mughayyir wurde ein neunjähriger Junge von Siedlern in den Rücken geschossen, als er versuchte, seinen Vater vor einem Überfall auf deren Farm zu warnen.
Zusätzlich kam es in der Stadt Madama zu gezielten Angriffen auf die zivile Infrastruktur. Siedler kappten Strommasten und beschädigten die Versorgungslinien, was zu großflächigen Stromausfällen führte. Die Häufung dieser Vorfälle verdeutlicht die zunehmend prekäre Sicherheitslage für die palästinensische Zivilbevölkerung abseits der Kampfhandlungen im Gazastreifen.