B’Tselem warnt vor „Eliminierungsprojekt“ im Westjordanland
18.09.2026, 19:11 Uhr
B’Tselem warnt: Systematische Zerstörung palästinensischen Lebens
Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem warnt eindringlich vor einem systematischen Vorgehen im besetzten Westjordanland, das darauf abzielt, die Grundlagen palästinensischen Lebens zu zerstören. Laut der Direktorin Yuli Novak handelt es sich um ein „Eliminierungsprojekt“, das durch Gewalt, Bewegungseinschränkungen, wirtschaftliche Erstickung und Landraub umgesetzt wird. Ziel sei es, die kollektive Existenz der Palästinenser zu beenden und eine dauerhafte Vorherrschaft zu etablieren.
Diese Einschätzung wird durch aktuelle Berichte aus Regionen wie Masafer Yatta untermauert, wo Familien nach Hauszerstörungen gezwungen sind, in Höhlen oder Wohnwagen zu leben. Parallel dazu warnt das israelische Institut für nationale Sicherheitsstudien (INSS) vor einer massiven Zunahme jüdischen Terrorismus im Westjordanland. Die Zahl der Angriffe auf Palästinenser stieg im ersten Halbjahr 2026 um über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das INSS sieht darin eine strategische Bedrohung, die durch mangelndes staatliches Durchgreifen begünstigt wird.
International wächst der Druck auf die israelische Siedlungspolitik. Das Vereinigte Königreich kündigte kürzlich ein Handelsverbot für Produkte aus Siedlungen an, um britisches Handeln mit internationalem Recht in Einklang zu bringen. Dennoch bleibt die Lage vor Ort prekär: Beobachter sehen in der aktuellen Politik die Umsetzung radikaler Pläne, die Palästinenser vor die Wahl stellen, ihre nationalen Rechte aufzugeben, das Land zu verlassen oder militärischer Gewalt ausgesetzt zu sein.