Westjordanland: UN warnt vor Rekordwert bei Siedlergewalt
30.07.2026, 06:30 Uhr
Eskalation im Westjordanland: UN warnt vor Rekord an Siedlergewalt
Die Vereinten Nationen warnen vor einer beispiellosen Eskalation der Gewalt durch israelische Siedler im besetzten Westjordanland. Laut dem UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) hat die Intensität der Angriffe ein „Allzeithoch“ erreicht. Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 wurden monatlich rund 190 Übergriffe registriert. Die UN kritisiert zudem, dass israelische Sicherheitskräfte häufig gemeinsam mit Siedlern agieren oder Angriffe auf palästinensische Gemeinden zulassen.
Berichte aus betroffenen Dörfern wie Sarra bei Nablus beschreiben koordinierte Überfälle, bei denen Wohnhäuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt wurden. Bewohner berichten von gezielten Brandanschlägen, während Familien in ihren Häusern eingeschlossen waren. Seit Beginn des Jahres wurden laut UN-Angaben bereits 76 Palästinenser bei solchen Siedlerangriffen getötet. Die internationale Gemeinschaft zeigt sich zunehmend besorgt über die humanitären Folgen dieser Entwicklung.
Parallel dazu wächst der diplomatische Druck. Kanada verurteilte jüngst die Pläne zur Ausweitung illegaler Siedlungen als Bedrohung für Frieden und Stabilität in der Region. Die israelische Regierung wies diese Kritik scharf zurück. Experten und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International warnen jedoch, dass die anhaltende Gewalt und die fortschreitende Annexion palästinensischen Landes eine friedliche Lösung des Konflikts zunehmend erschweren.