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Israelischer Minister droht Regisseuren mit Entzug der Staatsbürgerschaft

14.09.2026, 12:32 Uhr

Gaza-Doku „NAZA“: Minister droht Regisseuren mit Ausbürgerung
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Gaza-Doku „NAZA“: Minister droht Regisseuren mit Ausbürgerung

Der israelische Kultur- und Sportminister Miki Zohar hat angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor einzuleiten. Hintergrund ist ihr Dokumentarfilm „NAZA“, der am vergangenen Samstag bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Zohar bezeichnete das Werk als „abscheulich“ und warf den Regisseuren „Verrat am Staat“ sowie „Selbsthass“ vor. Er forderte öffentlich, ihnen aufgrund der filmischen Darstellung des israelischen Vorgehens im Gazastreifen die israelische Staatsbürgerschaft zu entziehen.

Der 80-minütige Dokumentarfilm basiert auf anonymisierten Aussagen von 24 Angehörigen des israelischen Militärs und der Geheimdienste. Er thematisiert den Einsatz von KI-gestützten Systemen bei der Zielauswahl und dokumentiert, wie zivile Opfer im Voraus kalkuliert und in Kauf genommen wurden. Der Filmtitel „NAZA“ bezieht sich laut den Machern auf einen internen Militärcode, der die Anzahl der einkalkulierten zivilen Toten pro Angriff beschreibt. Die Zeugenberichte geben Einblicke in die Überwachung und Bombardierung von Wohngebäuden, bei denen teilweise der Tod ganzer Familien bewusst akzeptiert worden sein soll.

Obwohl Minister Zohar die Aberkennung der Staatsbürgerschaft nicht eigenständig anordnen kann, markiert seine Drohung eine erhebliche politische Eskalation im Umgang mit kritischer Berichterstattung. Nach israelischem Recht müsste ein solches Verfahren vom Innenminister initiiert und letztlich von einem Gericht entschieden werden. Bisher ist nicht bekannt, ob bereits formelle rechtliche Schritte eingeleitet wurden. Menschenrechtsaktivisten und Beobachter kritisieren die Rhetorik des Ministers als Versuch der Einschüchterung und als Angriff auf die künstlerische Freiheit sowie die Dokumentation möglicher Kriegsverbrechen.

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